Start-ups als Innovationsmotor

02. 11. 2025

Neue Ideen braucht das Land und die Bahn. Viele Innovationen entstehen heute in der Start-up-Szene. Mit dem sogenannten Venture Clienting holen wir diese frischen Ideen und Innovationen gezielt ins Unternehmen und machen sie für unser tägliches Arbeiten nutzbar.

Was steckt hinter Venture Clienting?

Venture Clienting bedeutet, dass wir als ÖBB mit Start-ups zusammenarbeiten und zwar als Kunde und nicht als Investor. Die Start-ups treten als Lieferanten auf und liefern uns innovative Produkte oder Technologien, für deren Entwicklung bei uns oftmals Ressourcen bzw. das Know-how fehlen. Jedoch benötigen wir diese innovativen Produkte und Technologien, um Abläufe effizienter zu gestalten, Kosten zu reduzieren, Prozesse zu vereinfachen und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen.

Warum Venture Clienting für uns wichtig ist

„Wir können nicht jede Innovation selbst entwickeln – und müssen es auch nicht. Start-ups mit Expertise, die uns fehlt, sind verfügbar. Die Herausforderung liegt darin, die für uns passenden Start-ups zu finden, mit denen eine Zusammenarbeit auch sinnvoll ist“, sagt Peter Schindlecker, Leiter des Bereichs Innovation.

Zudem gelten im öffentlichen Bereich strenge Beschaffungsvorschriften. Das Bundesvergabegesetz schreibt vor, wie wir Aufträge vergeben dürfen, um Transparenz und Fairness sicherzustellen. Das ist zwar wichtig, kann aber Innovationsprojekte bremsen: Denn klassische Vergabeverfahren dauern oft lange und sind für Projekte mit Start-ups schwer anzuwenden. Allerdings bietet das Bundesvergabegesetz Spielräume für Venture Clienting. Entscheidend ist die strategische Zusammenarbeit zwischen Fachbereich und Einkauf.

Dazu Michaela Weixelbaum, Leiterin des Strategischen Konzerneinkaufs: „Strategischer Einkauf bedeutet heute, Chancen im rechtlichen Rahmen aktiv zu gestalten. Genau hier setzt Venture Clienting an. Wir nutzen das Vergaberecht als Hebel, um Start-ups rechtssicher einzubinden und gemeinsam Innovation in den öffentlichen Sektor zu bringen.“

Austausch auf europäischer Ebene

Wie diese Zusammenarbeit konkret funktioniert, war Thema beim 12. Venture Client Roundtable, der im Oktober in der ÖBB Open Innovation Factory stattfand. Rund 100 Venture-Clienting-Manager:innen aus ganz Europa kamen zusammen, um sich über Prozesse, Learnings und Kooperationen rund um den strategischen Einkauf von Start-up-Innovationen auszutauschen. Michaela Weixelbaum und Peter Schindlecker zeigten, wie Venture Clienting auch unter dem Bundesvergabegesetz möglich ist und warum es eine zentrale Rolle für Innovationen im ÖBB Konzern spielt.

Das war der Venture Client Roundtable:

Mehr zu Corporate Venturing bei den ÖBB: